Pfarrkirche St. Nikolaus Frankenmarkt: Wandmalerei 1. Feld: Gottvater und die Zehn Gebote

Das erste Feld rechts vom Triumphbogen ist den Zehn Geboten gewidmet. Oben im Bogenzwickel erkennt man Mose, wie er am Sinai von Gott die Gesetzestafeln empfängt.

Wandmalerei 1. Feld: Gottvater und die Zehn Gebote

Darunter werden die einzelnen Gebote in zehn rechteckigen Feldern illustriert, und zwar nicht nur in plakativer Weise, sondern auch in moralisierender Absicht. Auf den meisten Bildern sind ein kleiner Teufel, ein Dämon oder eine Spinne als Zeichen des Bösen dargestellt.

Die Folge beginnt links oben und ist in zwei Reihen jeweils von oben nach unten zu lesen. Die trennenden schwarzen Streifen enthalten teils nur noch schwer lesbare Inschriftfragmente.

Die Zehn Gebote

Die Zehn Gebote, auch Dekalog genannt, wurden Mose von Gott auf dem Berg Sinai auf zwei steinernen Gesetzestafeln übergeben und stellen die moralische Grundlage für den Bund zwischen Gott und Seinem Volk dar.

Sie sind im Alten Testament in zwei weitgehend übereinstimmenden Fassungen im Buch Exodus, Kapitel 20, Vers 2 bis 17, und im Deuteronomium, Kapitel 5, Vers 6 bis 21, überliefert. Sie enthalten eine Liste religiöser und ethischer Regeln, die im Judentum und im Christentum eine fundamentale Bedeutung haben. Jesus und seine Apostel sahen sie als Grundlage des christlichen Lebens an.

Die Zehn Gebote, auch Dekalog genannt, wurden Mose von Gott auf dem Berg Sinai auf zwei steinernen Gesetzestafeln übergeben und stellen die moralische Grundlage für den Bund zwischen Gott und Seinem Volk dar.

  • Mose und die Gesetzestafeln. Im Bogenzwickel erkennt man Mose, wie er amSinai von Gott die Gesetzestafeln empfängt.
  • Die 10 Gebote. 1. Gebot: Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.Dargestellte Szene: Zwei Frauen knien verehrend vor dem Goldenen Kalb. Wie man bei der Darstellung einer Frau sieht, ist die Malschicht weitgehend verloren, die schwungvolle Unterzeichnung aber gut sichtbar.
  • Die 10 Gebote. 2. Gebot: Du sollst den Namen Gottes nicht verunehren. Dargestellte Szene: Ein Mann eilt mit geschwungener Keule von rechts auf eine Gruppe von Zechern zu.
  • Die 10 Gebote. 3. Gebot: Du sollst den Tag des Herrn heiligen. Dargestellte Szene: Während rechts der Pfarrer die Sonntagsmesse liest, arbeitet links ein vom Dämon besessener Sünder am Feld, hier ist der Sünder zu sehen.
  • Die 10 Gebote. 4. Gebot: Du sollst Vater und Mutter ehren. Dargestellte Szene: Sohn und Tochter schlagen ihre am Boden liegenden Eltern; hier schlägt die Tochter ihre am Boden liegende Mutter.
  • Die 10 Gebote. 5. Gebot: Du sollst nicht töten. Dargestellte Szene: Zwei Wegelagerer ermorden mit Speer und Schwert einen am Boden liegenden Mann. Die Spinne des Bösen hat bereits von den Köpfen der Mörder Besitz ergriffen.
  • Die 10 Gebote. 6. Gebot: Du sollst nicht ehebrechen. Dargestellte Szene: Männer mit einer Dirne.
  • Die 10 Gebote. 7. Gebot: Du sollst nicht stehlen. Dargestellte Szene: Wahrscheinlich ein sich an ein Haus heranpirschender Dieb; nur fragmentarisch erhalten.
  • Die 10 Gebote. 8. Gebot: Du sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen. Dargestellte Szene: Um den thronenden Richter gruppieren sich links der Angeklagte und rechts der einen Meineid schwörende Kläger. Der schwarze Mann rechts flüstert ihm den bösen Gedanken ein, der als von Kopf zu Kopf springendes Teufelchen dargestellt ist.
  • Die 10 Gebote. 9. Gebot: Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau. Dargestellte Szene: Ein Paar im Liebesgespräch, begleitet von einem Dämon; währenddessen schläft der Gatte im Haus.
  • Die 10 Gebote. 10. Gebot: Du sollst nicht begehren deines Nächsten Gut. Dargestellte Szene: Ein Mann zählt am Tisch sein Geld; daneben trachten zwei Räuber danach, ihn zu überfallen. Auf ihren Köpfen krallt sich ein schwarzer, vogelartiger Dämon fest.